Arbeitsproduktivität

Die wichtigsten Begriffe im Zeitmanagement

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Was ist volkswirtschaftlich unter Arbeitsproduktivität zu verstehen?

Der Begriff bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre als gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität das Verhältnis zwischen dem gesamtwirtschaftlichen Produktionsergebnis und dem dafür erforderlichen Arbeitseinsatz. Ermittelt wird sie, indem man Bruttowertschöpfung durch Beschäftigung teilt. Sie ist damit ein wichtiger Indikator in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und dient der Ermittlung des Bruttoinlandsproduktes (BIP), über welches sich auch die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität berechnen lässt.

Welchen Stellenwert nimmt die Arbeitsproduktivität in der Betriebswirtschaft ein?

Im betriebswirtschaftlichen Sinne ist die Arbeitsproduktivität eine Kennzahl für den Produktionsfaktor Arbeit, mit deren Hilfe die durchschnittliche Arbeitsleistung der Mitarbeiter mit einem bestimmten Zeitraum ins Verhältnis gesetzt wird. Betrachtet wird vor allem das Ergebnis im Vergleich zum Arbeitseinsatz. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Arbeitsproduktivität nur einen Teil der Gesamtproduktivität abbildet. Zu Letzterer gehören noch andere Formen der Teilproduktivität wie beispielsweise die Maschinenproduktivität. Kehrwert der Arbeitsproduktivität ist der Arbeitskoeffizient, welcher das Verhältnis zwischen der Arbeitsmenge und dem erzielten Produktionsergebnis darstellt.

Wie wird die Arbeitsproduktivität in Unternehmen ausgedrückt?

Unternehmen verwenden mehrere Kennzahlen, um die Arbeitsproduktivität abzubilden. Verwendung finden diese vor allem in den Bereichen Controlling sowie in der Personal- und Produktionsplanung. Zum Zwecke der Berechnung können entsprechende Größen ermittelt werden. So kann sich die Kennzahl der Arbeitsleistung aus verschiedenen Größen ableiten. Je nach Produkt oder Produktionsprozess sind das beispielsweise Produktionsmenge in Stück, in Kilogramm oder in Metern, die Anzahl der abgeschlossenen Aufträge oder auch der Absatz. Diese Größen werden dann ins Verhältnis zu einem bestimmten Zeitraum gesetzt. Dabei kann es sich um Minuten und Stunden in der Massenproduktion, aber auch um Tage, Quartale oder das gesamte Geschäftsjahr handeln, je nachdem, wie genau der ermittelte Wert am Ende sein soll und in welcher Frequenz einzelne Produkte fertiggestellt werden.

Wie wird die Arbeitsproduktivität berechnet?

Mithilfe der folgenden Arbeitsproduktivität-Formel lässt sich die Arbeitsproduktivität ganz einfach berechnen:

Arbeitsproduktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge Arbeit

Die Ausbringungsmenge kann in einer der oben genannten Größen angegeben werden. Auch für die Darstellung des Faktors Arbeit bzw. Arbeitseinsatzes stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Als Maßeinheit dient dabei in erster Linie die Arbeitsstunde. Wird die Produktivität eines oder mehrerer Mitarbeiter innerhalb einer Stunde gemessen, spricht man auch von der Produktivität je Erwerbstätigenstunde. Ein konkretes Beispiel soll die Berechnung der Arbeitsproduktivität verdeutlichen:

An einem Fließband werden innerhalb einer Schicht von 8 Stunden 2000 Einheiten eines Produktes hergestellt. Die Ausbringungsmenge wird nun durch die Arbeitszeit geteilt (2000/8), was zu einer Produktivität von 250 Stk./Stunde führt.

Für welche Unternehmen eignet sich die Messung der Arbeitsproduktivität?

Diese Formel eignet sich besonders gut für Unternehmen, in denen sich die Arbeitsergebnisse leicht in Stückzahlen messen lassen und in denen die Ausbringungsmengen in erster Linie vom eingesetzten Arbeitsaufwand der Mitarbeiter abhängig ist. In der Praxis wird sie deswegen besonders häufig in Bereichen eingesetzt, in denen Akkordarbeit oder niedrig qualifizierte Tätigkeiten durchgeführt werden. Neben produzierenden Unternehmen mit Massenproduktion sind das vor allem Betriebe aus den Bereichen Landwirtschaft und Logistik, denn gerade hier lassen sich die einzelnen Größen sehr gut miteinander vergleichen.

Welche Unternehmen sollten der Produktivität eher geringe oder keine Bedeutung beimessen?

Es gibt Wirtschaftszweige, in denen das Verhältnis von geleisteten Arbeitsstunden und Ergebnissen weniger gut oder gar nicht geeignet wird. Dies ist in erster Linie davon abhängig, welche Art Arbeit im jeweiligen Unternehmen ausgeführt wird. Gerade in kreativen Branchen und überall dort, wo eher Denkprozesse im Vordergrund stehen, ist eine quantitative Erfassung mithilfe der oben erläuterten Formel wenig oder nur über einen längeren Zeitraum hinweg sinnvoll. Gleiches gilt aber auch für Unternehmen, in denen eine in hohem Maße automatisierte Produktion betrieben wird. Wo also Maschinen und Computer den größten Teil der Arbeit übernehmen, haben Mitarbeiter nur einen geringen Einfluss auf die Ausbringungsmenge. Hier könnte dann die Maschinenproduktivität zum Einsatz kommen. In Deutschland ist die Produktivität während der letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Das liegt jedoch nicht daran, dass alle Erwerbstätigen hierzulande schneller arbeiten, sondern an der Steigerung des Technologisierungsgrads.

Wie sinnvoll ist es, die Produktivität zu messen?

Die oben beschriebene Formel ist im Grunde leicht zu berechnen und auch zu verstehen. Es bleiben jedoch einige wichtige Faktoren außen vor. So werden weder die Kosten für die Mitarbeiter noch die Arbeitsmittel, Maschinen, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit einkalkuliert. Dieser Umstand erschwert es, Rückschlüsse auf Produktivitätsschwankungen zu treffen. So könnte die Motivation der Mitarbeiter wegen eines zu geringen Lohnes niedrig sein oder die Ausbringungsmenge pro Stunde aufgrund des Einsatzes veralteter Technik verringert werden.

Daneben wird auch die Qualität der Arbeit nicht erfasst, denn diese lässt sich nicht anhand von rein quantitativen Maßeinheiten wie Ausbringungsmenge messen. Unterlaufen einem Mitarbeiter bei einer großen produzierten Stückzahl ständig Fehler, bringt auch eine hohe Produktivität eher wenig. Darüber hinaus bleibt auch die Auslastung unberücksichtigt. Muss die Produktion beispielsweise wegen Lieferengpässen oder zu wenigen Aufträgen immer wieder angehalten werden, täuscht die Produktivität angesichts der tatsächlichen Verhältnisse.

Aus diesen Gründen ist es ratsam, die Kennzahl der Arbeitsproduktivität nicht isoliert, sondern ständig in Kombination mit anderen Kennzahlen zu betrachten. Nur so können ein aussagekräftiges Gesamtbild der Lage gewonnen und entsprechende Handlungen daraus abgeleitet werden. Deswegen wäre es auch grundfalsch, die Produktivität mit dem Ziel zu ermitteln, einzelne Mitarbeiter unter Druck zu setzen oder gar Kündigungen mit ihr zu rechtfertigen.

Wie sollte die durchschnittliche Arbeitsproduktivität gemessen werden?

Kennzahlen rund um den Faktor Arbeit erhalten immer dann eine besonders hohe Aussagekraft, wenn sie die Grundlage eines Vergleichs bilden. Sie lassen sich mit den gleichen Kennzahlen anderer oder mit denen früherer Erhebungen aus dem eigenen Unternehmen vergleichen, um so eine zeitliche Entwicklung der Arbeitsproduktivität abzubilden. Bei entsprechender Eignung der vorliegenden Arbeits- und Produktionsprozesse sollten Messungen daher auch regelmäßig vorgenommen werden, also beispielsweise jeden Monat oder jedes Quartal. Je kürzer die Zeitabstände, desto eher lässt sich erkennen, ob sich die Arbeitsproduktivität positiv oder negativ entwickelt oder ob sie sich auf einem gleichbleibenden Niveau bewegt. Darüber hinaus lässt sich auf diesem Wege auch die Effektivität von Änderungen beobachten und belegen. Wurden modernere Maschinen angeschafft oder Mitarbeiter besser geschult, können die Ergebnisse solcher Maßnahmen in der regelmäßig erhobenen Produktivität nachvollzogen werden.

Mit welchen Maßnahmen lässt sich die Arbeitsproduktivität erhöhen?

Hat ein Unternehmen eine niedrige Arbeitsproduktivität, steht ihm eine ganze Reihe an möglichen Maßnahmen zur Verfügung, mit deren Hilfe sich ein Produktionszuwachs erzielen lässt. Wir möchten im Folgenden einige, die sich in der Praxis besonders gut bewährt haben, aufzeigen.

Weiterbildung: Werden Mitarbeiter gut ausgebildet, erzielen sie auch eine bessere Leistung und machen weniger Fehler. Sie können darüber hinaus eigene Ideen entwickeln und sich in eine stetige Prozessoptimierung mit einbringen.

Anreize Schaffen: In vielen Branchen können finanzielle und materielle Boni und Prämien die Motivation und damit auch die Produktivität erhöhen. Ob als Incentive oder in Form einer Provision, ist vom Unternehmen und nicht selten auch von der jeweiligen Abteilung abhängig.

Flexible Arbeitszeitmodelle: Mitarbeitern sollte die Möglichkeit gegeben werden, die Arbeitszeiten an ihre persönlichen Bedürfnisse und Biorhythmen anpassen zu können. Dadurch werden sie motivierter und leistungsfähiger.

Standardprozesse: Besonders effiziente und aufeinander abgestimmte Prozesse, die für alle Mitarbeiter gültig sind, helfen dabei, Unsicherheiten zu vermeiden und sorgen für einen Produktionszuwachs.

Optimierung der Auslastung: Sowohl Personaleinsatz als auch Produktion sollten stets so geplant werden, dass eine möglichst gleichmäßige Auslastung vorherrscht und die Mitarbeiter weder über- noch unterfordert sind.

Wertschätzung: Ob durch Prämien, Lob oder einfach ein nettes Gespräch am Rande, Mitarbeiter wissen solche Gesten zu schätzen und quittieren sie mit mehr Zufriedenheit und einer höheren Produktivität.

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