Hat Ihr Unternehmen eine Corporate Language? Nein? Wie schade. Denn auch Kleinunternehmen und Selbständige profitieren von einer einheitlichen Sprachregelung im Unternehmen. Wie bitte? Für so was haben Sie keine Zeit? Keine Sorge – es braucht nicht viel: Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie in drei Schritten zur Corporate Language kommen.
Wie Kleinunternehmer von einer Corporate Language profitieren
Die Mehrheit der Kleinunternehmer und Selbständigen haben keine Ahnung, was eine Corporate Language sein soll – und wozu sie eine brauchen. Gehören Sie dazu? Dann liegen Sie leider falsch. Denn Worte sind stark. Nur wer sie richtig anzuwenden weiss, überzeugt. Wie Sie Ihre Kunden ansprechen, die Wortwahl und Satzstruktur: all das prägt die Art und Weise, wie Sie denken – und wie Ihr Unternehmen wahrgenommen wird. Von einer einfachen Stellenanzeige bis zur Rechnung, von internen Dokumenten bis zu einer Pressemitteilung: Ihr Unternehmen profitiert in jeder Hinsicht von einer wirksamen Unternehmenssprache. Und ganz besonders dann, wenn Sie keine eigene PR-Abteilung besitzen.
CL Konzepte: Von der antiken Rhetorik bis zum modernen Marketing
Die Kunst des Überzeugens ist so alt wie das Wort selbst… (Image by iStock | AzmanJaka)
Die Art, wie Sie sprechen oder schreiben, ist wichtig. Wir alle haben unbewusste Regeln, welche Formulierungen und Wort wann angebracht sind. Wir passen unseren Sprachtyp intuitiv an: Mit Kindern sprechen wir eine andere Sprache als mit Teenagern, Arbeitskollegen oder Kunden. Was die alten Römer Rhetorik nannten, ist heute ein zentrales Element von Marketing und PR: Menschen mit geeigneten Worten zum Handeln zu bringen. Die Kunst des Überzeugens ist wahrscheinlich so alt wie das Wort selbst – und noch heute so wirkungsvoll wie vor 3'000 Jahren. Auch wenn sich einige Regeln geändert haben.
Zur Corporate Language in 3 Schritten
Ihre Corporate Language ist Teil Ihrer Corporate Identity – und diese ist selbst für die kleinsten Kleinunternehmen wichtig. Was für Menschen gilt, gilt auch für Unternehmen: Nur wer seine Identität kennt, wer weiss, wer er ist, kann sein volles Potenzial entfalten. Wie soll Ihr Unternehmen sein, wie soll es wahrgenommen werden? Was ist der Tonfall, mit dem Sie Ihre Kunden ansprechen wollen? Freundlich und persönlich oder professionell, seriös und distanziert? Wer sind die Kunden und was brauchen sie von Ihnen? Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben, können Sie ihre Corporate Language definieren.
1. Erstellen Sie einen Style Guide
- Verwenden Sie Abkürzungen, wenn ja, welche?
- Schreiben Sie % oder Prozent, EUR oder €?
- Welches Datums- und Uhrzeitformat verwenden Sie?
- Du oder Sie: Welche Anreden verwenden Sie?
Es sind die kleinen Dinge, auf die es ankommt – und vor allem auf eine einheitliche Verwendung. Entscheiden Sie sich für Ihren Stil, und bleiben dann dabei.
Tipp: Passivformen sollten möglichst vermieden werden. Warum? Einfach: “Verwenden Sie kein Passiv” ist viel einfacher zu lesen – und zu verstehen.
2. Definieren Sie Ihre Terminologie
Beeindrucken ist gut, verstanden werden besser… (Photo by REDPIXEL | stock.adobe.com)
- Definieren Sie geschäftsspezifische Begriffe (z. B. Portfolio oder Auftragsmappe)?
- Sind Sie ein Unternehmen, eine Firma oder ein Business?
- Haben Sie Kunden oder Klienten oder sogar Partner?
Fakturieren Sie oder stellen Sie Rechnungen aus? Angebote oder Offerten? Wie auch immer Sie sich entscheiden: Machen Sie sich klar, welche Wörter Sie verwenden möchten - und welche Sie vermeiden sollten.
Tipp: Beseitigen Sie nach Möglichkeit den Fachjargon. Beeindrucken ist gut, verstanden werden ist besser.
3. Erstellen Sie Richtlinien für die Formulierung
Lokaler Dialekt oder international verständliche Sprache? (Photo by Rawpixel | stock.adobe.com)
- Verwenden Sie klare und kurze oder lange, beeindruckend komplizierte Sätze?
- Schreiben Sie im lokalen Dialekt, oder sollten Sie international verstanden werden?
- Ist der Tonfall jung, hip und humorvoll, oder vertrauenswürdig und trocken?
Die Formulierung ist wichtig – und die Art, wie Sie diese Wörter kombinieren, macht einen riesigen Unterschied.
Tipp: Halten Sie sich kurz und simpel, damit auch Nicht-Muttersprachler wissen, was Sie sagen. Vor allem, wenn Sie ein Online-Geschäft betreiben, besteht die Chance, dass Sie eine internationale Klientel haben.
Das Erstellen einer Unternehmenssprache ist der einfache Teil. Der schwierige Teil ist die konsequente Verwendung. Aber soll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Es ist es wert. Nutzen Sie die Kraft der Worte, und Ihr Geschäft wird sich in vollem Umfang entfalten.
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